Martin-Luther-Kirche

Zur Baugeschichte

Aktuelles zum Baugeschehen 2016/2017

Foto: Lothar Sprenger

Als die Gemeinde der Dresdner Neustadt um 1870 auf 55.000 Gemeindeglieder angewachsen war, wurde 1880 die Martin-Luther-Gemeinde aus der Dreikönigskirchgemeinde ausgepfarrt und benötigte ein eigenes Kirchgebäude. Dazu schrieb der Kirchenvorstand einen Architektenwettbewerb mit deutlichem Rahmen aus: Der Bau sollte im romanischen Stil oder in »edler italienischer Renaissance« mit 1.200 bis 1.250 Sitzplätzen bei einer maximalen Bausumme von 350.000 Reichsmark entstehen.

35 Architekten aus dem In- und Ausland sandten Entwürfe ein. Den ersten Preis erhielt Tony Eul aus Louvain (Belgien) für seinen Entwurf »Veritas«. Der zweite Preis ging an das Dresdner Architekturbüro Giese & Weidner für »Ecclesia«. Ein doppeltürmiger Entwurf »Silhouette« von Johannes Vollmer aus Berlin wurde mit dem dritten Preis bewertet.

Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro der Bauräte Ernst Giese und Paul Weidner, welches zu jener Zeit auch mit Entwurf und Bauausführung des Dresdner Hauptbahnhofes beauftragt war.

Allerdings sollten bei der Ausführung dieses Kirchenbaus auch Ideen aus dem erstplatzierten Entwurf von Eul eingearbeitet werden. Von Giese & Weidner stammen schließlich auch die detaillierten Pläne zur Innengestaltung.

Der erste Spatenstich fand am 11. September 1883 statt, die Grundsteinlegung fand neun Wochen später am 12. November statt. Am 10. November 1887 zu Luthers 404. Geburtstag beging die Gemeinde nach nur vier Jahren Bauzeit die festliche Kirchweihe. Einschließlich der Innenausstattung betrugen die Baukosten zum Schluss 729.947 Reichsmark und lagen damit weit über der vorgegebenen Summe.

Die Orgel der Martin-Luther-Kirche

Foto: Lothar Sprenger

Die Orgel wurde von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich im Jahre 1887 mit 33 Registern auf zwei Manualen und Pedal mit mechanischen Schleifladen erbaut. 1902 kam ein Schwellwerk mit pneumatischer Kegellade (3. Manual) hinzu. Beim Umbau 1937 erfolgte eine Erweiterung der Orgel auf 50 Register. Es entstand der heute vorhandene Freipfeifenprospekt. Das Instrument wurde mit einer elektrischen Tontraktur versehen und mit einem fahrbaren Spieltisch ausgestattet. Leider entfernte man in dieser Zeit im Zuge der Barockisierung auch alle Streicherstimmen aus der Orgel. In den Jahren 1972 bis 1975 wurde die Orgel um weitere Register ergänzt.

In den Jahren 2010/11 konnte die Orgel von der Firma Jehmlich umfangreich restauriert werden. Der neue Spieltisch umfasst nun eine moderne Setzeranlage mit 30.000 Speicherplätzen. Der Tonumfang wurde im Manual um 4 Töne bis a‘‘‘ erweitert sowie die Windanlage komplett erneuert. Das Schwellwerk erhielt eine Schleifl ade. Vier Streicher (Viola da Gamba 8‘, Geigenprinzipal 8‘, Salicional 8‘ und Cello 8‘) ergänzen nun die Disposition der Orgel.

Ein originales Register von 1902, die Oboe 8‘ aus dem Schwellwerk, wurde in der Christuskirche in Strehlen aufgefunden und durfte restauriert heimkehren. Derzeit hat die Orgel 57 klingende Register und 3 Transmissionen. Die aus vielen Generationen stammenden Register konnten in eine harmonische Beziehung zueinander gebracht werden.

Das Instrument erklingt neben den Gottesdiensten regelmäßig zu Orgelführungen, in Sommerkonzerten, den Nachtmusiken der Konzertreihe hinhören sowie Adventsmusiken.

Die Orgel der Martin-Luther-Kirche ist eines der größten Instrumente der Stadt und stellt ein wichtiges Zeugnis Dresdner Orgelgeschichte dar.

Innehalten - Gebet - Besichtigung  

(in) der Martin-Luther-Kirche

Wir bemühen uns, die Martin-Luther-Kirche, außer zu den Gottesdiensten, zu folgenden Zeiten offen zu halten:

Mai - Oktober
Montag                    13.30 Uhr - 17.00 Uhr
Dienstag - Freitag   13.00 Uhr - 17.00 Uhr

Die „Offene Kirche“ wird von Ehrenamtlichen betreut. Bei kurzfristiger Verhinderung unserer Ehrenamtlichen  oder aufgrund von Veranstaltungen  kann es zu veränderten Öffnungszeiten kommen.  Wir bitten um Ihr Verständnis. Danke.

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