St. Petri-Kirche

Geschichte



Am 29. März 1881 wurde die St. Petri-Kirchgemeinde durch Ausgliederung aus der Dreikönigskirchgemeinde gegründet und erhielt auf Beschluss des neugewählten Kirchenvorstandes am 21. Juli ihren Namen »St. Petri«.

Sie umfasste die damaligen Stadtteile Neudorf (Gebiet von der Petri-Kirche bis zur Elbe und zur Moritzburger Straße) und Scheunenhöfe (Gebiet bis zum Inneren Neustädter Friedhof).

Die Gottesdienste fanden zunächst in der Turnhalle der Neudorfer Schule statt, der heutigen 8. Grund- und Mittelschule auf der Konkordienstraße. Da die Gemeinde sich schon bald nach einem würdigeren Ambiente für ihre Gottesdienste sehnte, wurde nach einem geeigneten Platz für einen Kirchenneubau gesucht. Per Gutachten wurde entschieden, diesen genau zwischen den beiden Stadtteilen zu wählen. Die Stadt stellte daraufhin am Großenhainer Platz ein Grundstück zur Verfügung. Nach langer Suche und Besichtigung vieler anderer Kirchen durch den St. Petri-Kirchenvorstand erhielt der Leipziger Architekt Julius Zeißig den Auftrag, ein zweckmäßiges Gotteshaus zu entwerfen, das nicht zu teuer und dennoch schön sein sollte.

Am 15. Mai 1889 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung und am 5. November 1890 wurde die St. Petri-Kirche geweiht. Oberkonsistorialrat Dr. Dibelius hielt die Weiherede über Mt.17,4f (»Hier ist gut sein«) und der erste Pfarrer Lic. Dr. Albert die Festpredigt über Mt.16,15-18 (Petrusbekenntnis zu und Berufung durch Christus).

In den folgenden Jahren wuchs die Gemeinde beachtlich (bis auf ca. 16.000 Mitglieder) und es entwickelte sich ein vielfältiges Gemeindeleben mit Kirchenchor, Jungmänner- und Jungfrauenverein, Frauen- und Mütterdienst, Hausvätervereinigung, Missions- und Gustav-Adolf-Verein, Kindergottesdienst, Katechismusunterredungen und nicht zuletzt einer ausgeprägten diakonischen Arbeit, zu der auch eine Diakonisse als Gemeindeschwester beitrug. Andererseits gab es in der Zeit des Nationalsozialismus in St. Petri einen starken Hang zu den »Deutschen Christen«, was in der Gemeinde zu Spannungen führte und aus heutiger Sicht sehr problematisch zu werten ist.

Am 14. Februar 1945 brannten die Kirche und das Pfarrhaus auf der Großenhainer Str. 30 infolge der Bombardierung der Stadt aus. Am 7. Mai, einen Tag vor Kriegsende, erhielt auch noch der Kirchturm einen Granat-Treffer, nachdem vorher Hitlerjungen vom Kirchturm aus versucht hatten, die anrückende Rote Armee bei ihrem Einmarsch in Dresden aufzuhalten. So war die Petri-Kirche samt Pfarrhaus eine Ruine. Lediglich die Räume im Anbau der Kirche (und das alte Gartenhäuschen) waren noch nutzbar und dienten fortan als Unterrichtsraum für den Konfirmandenunterricht und die neu aufzubauende Christenlehre, für Bibelstunden, Mütter- und Frauendienst, sowie als Gottesdienstraum. Bei besonderen Festen, wie z.B. Konfirmation oder Hochzeiten, war die St. Petri-Gemeinde in der benachbarten Markus-Kirche oder in der Garnisonskirche zu Gast.

In den Jahren 1951 bis 1955 schaffte es die Gemeinde jedoch, ihre Kirche wieder aufzubauen. 1958 erhielt sie eine neue Orgel der Dresdner Firma Jehmlich.

In den folgenden Jahren verkleinerte sich die Gemeinde immer mehr, so dass es immer schwieriger wurde, alle Aufgaben zu bewältigen und alle Bau- und finanziellen Lasten zu tragen. Obwohl es noch 1992 gelungen war, die Kirche zum Teil zu sanieren, so dass sie heute äußerlich recht schmuck aussieht, führten vor allem die finanziellen, aber auch andere Probleme dazu, dass sich der Kirchenvorstand des seit 1999 eingerichteten Kirchspiels dazu entschlossen hat, die Kirche auf der Basis eines Erbbaurecht-Vertrages vom 1. Juli 2001 an die Selbständige Ev.-Luth. Kirche (Dreieinigkeitsgemeinde) zu verpachten. Die Petri-Gemeinde selbst ist jetzt sozusagen Mieter im eigenen Haus und kann die Kirche dienstags für Gemeindeveranstaltungen und sonnabends um 17.00 Uhr für Gottesdienste nutzen. Außerdem steht uns das neu restaurierte Gemeinde-Gebäude in der Großenhainer Str. 30 zur Verfügung.

Trotz aller äußerlichen Veränderungen wird aber für die Zukunft der St. Petri-Gemeinde vor allem das »innere« Leben der Gemeinde wichtig sein. Pfarrer Flade, der zweite Pfarrer in der Geschichte von St. Petri, schließt seine Ausführungen über die St. Petri-Kirche in der »Neuen Sächsischen Kirchengalerie« wie folgt: »Vor allem aber möge in St. Petri Friede und Einigkeit wohnen und Liebe und Treue, die sich hält zu Gott, zu seinem Wort und zu seinem Hause!«

Baukunst



Der schlichte neugotische Backsteinbau hat einen 68 m hohen Turm mit vergoldetem Turmknauf und verziertem Kreuz. Über dem Haupteingang waren auf goldenem Grund die vier Evangelisten und in ihrer Mitte Petrus gemalt. Zur weiteren Ausstattung der Kirche gehörten: drei Bronzeglocken, eine Orgel der Firma Sauer, drei bunte Altarfenster mit Darstellung der Gleichnisse »Vom verlorenen Sohn« und »Vom barmherzigen Samariter« und in der Mitte einer Darstellung des auferstandenen Christus zwischen Johannes dem Täufer und Petrus, ein schöner Taufstein mit Kupferschale und -deckel, sowie Kanzel, Altar und Lesepult im neugotischen Stil. Schenkungen und Spenden halfen, das neue Gotteshaus zu finanzieren. 1885 konnte das große Grundstück Großenhainer Str. 30 erworben werden. Hier war der Neubau eines Pfarrhauses geplant, zu dem es allerdings nie gekommen ist. 1906/07 wurde die Kirche mit einem Anbau erweitert. So entstanden rund um die Apsis zwei sehr schöne Räume über die man durch eine eigene Treppe gelangte. Für den Treppenaufgang schuf Otto Petrenz 1909 ein großes rundes Relief aus Majolika, einer speziellen Tonart. Es zeigt den auferstandenen Christus und die erschrockenen Wächter am Ostermorgen. Über dem Treppenbogen sind die Petrusworte zu lesen: »Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!« (Joh.6,68)

Projekte



Seit 2003 erfreuen wir uns an unserem sanierten Gemeindehaus. Die Neugestaltung des Gemeindegartens ist mittlerweile auch fast abgeschlossen. Wobei man bei der Gestaltung eines Gartens nie richtig zu einem Ende kommt.

Als nächstes Projekt steht die Sanierung des Gartenhauses an. Zur Zeit sieht es so aus als könnten wir uns Hoffnung auf EU-Fördermittel machen. Trotzdem wird die Gemeinde einen Eigenanteil an Finanzen aufbringen müssen. Spenden können im Pfarramt abgegeben werden oder überwiesen werden.Kt-Nr. 106 720 916 bei der LKG Sachsen (BLZ 850 951 64),

Kennwort: RT 1081, Aufbau Petri

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