„Messias“ von Georg Friedrich Händel

Das Bußtagskonzert in der Martin-Luther-Kirche bringt dieses Jahr das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel zu Gehör. Der Begriff Messias hat seine Wurzeln in der aramäischen und hebräischen Sprache. Er bedeutet: der Gesalbte. Der Titel Christus ist die wörtliche Übersetzung in das Griechische.

Das Ritual der Salbung wurde in Israel an Königen vollzogen. Hohepriester und später generell Priester wurden gesalbt. Der Gesalbte, ob König oder Priester, ist in besonderer Weise ein Mittler zwischen Gott und den Menschen. Der Begriff des Messias wird auch in

unseren Übersetzungen verwendet, im Johannesevangelium bei den ersten Jüngern (Joh. 1,41) und in der Geschichte mit der Samariterin, bei der Jesus ihre Aussage: „Ich weiß dass, der Messias kommt“ bestätigt: „Ich bin´s, der mit dir redet“ (Joh 4,25).

Das Oratorium von Georg Friedrich Händel erzählt vom Leben Jesu in drei Teilen: Der Ankündigung und der Geburt, der Passion und dem Sieg Gottes, der Erlösung der Welt und der Überwindung des Todes.

Der Librettist Charles Jennens hat vor allem Texte aus dem Alten Testament zusammengestellt, die auf den Messias hinweisen, beziehungsweise auf Jesus, als dem Messias, gedeutet werden. Für uns heute, ganz aktuell, ist die Lesart, die Bedeutung des Alten Testaments auch für das Christsein wieder neu und positiv zu bewerten. Das Libretto spart die Passionsberichte der Evangelien aus und bringt, neben der Weihnachtsgeschichte aus Lukas, Texte aus den Briefen an die Römer und Korinther, sowie aus der Offenbarung.

So kommt der positive Charakter des ganzen Werkes zustande. Jesus ist zwar auch der leidende Gottesknecht, aber in erster Linie der angekündigte, siegreiche und Heil bringende Messias. Das Werk wird heute oft in der Originalsprache englisch aufgeführt. Wir möchten mit der Aufführung in deutscher Sprache die Unmittelbarkeit der Verbindung von Wort und Musik erlebbar machen.

Nach evangelischer Sicht hat Jesus, als Messias, alle Vermittlung zwischen Gott und den Menschen vollbracht. Es bedarf keiner weiteren Mittler. Da soll auch keine für viele Zuhörer notwendige Übersetzung im Programmheft dazwischen stehen.

Der Autor Stefan Zweig hat die Entstehung des Messias von Georg Friedrich Händel in seinem Buch „Sternstunden der Menschheit“ literarisch verarbeitet. Unser Ziel ist es, die Zuhörer durch dieses bedeutende Oratorium direkt mit dem Bibeltext in Kontakt zu bringen. Aufführung: Mittwoch, 22. November 2017, 16 Uhr, Martin-Luther-Kirche Dresden. Markus Leidenberger

 

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